Fernweh-Freitag: Vietnam

Meine zweite Gastautorin Alice stellt uns heute ihre Heimat Vietnam vor. Wenn es nach mir ginge, könnten wir aber auch einfach mal einen Alice-Artikel machen, denn als ich mir gerade ein Foto aus ihrem Blog aussuchen durfte, um sie hier vorzustellen, habe ich eigentlich genügend Foto-Material gesammelt. Aber gut, anderes Thema, schließlich schreibt sie heute nicht hier, weil sie so hübsch ist. Also… nicht nur . Alice lebt in Frankfurt und bloggt über all das, dass ihr Leben erhellt, wie sie sagt. Sehr oft sind das Outfits, aber auch andere Lifestyle-Themen behandelt sie. Dazwischen erzählt sie von Beobachtungen und Gedanken aus dem Leben – und das in einem sehr schönen Stil. Heute aber schreibt sie über Vietnam – und zwar ganz exklusiv für uns alle hier .

Hallo ihr Lieben, heute gibt es asiatisch. Genauer genommen vietnamesisch. Leider nicht kulinarisch, aber trotzdem was für eure Sinne. Macht euch bereit für eine kleine Tagtraumreise in das exotische Land an der südostasiatischen Küste, meinem wunderschönen Herkunftsland Vietnam…

Ich bin Alice und darf heute auf dem Blog der lieben Vera einen Gastbeitrag verfassen und dabei am besten auch noch euer Fernweh wecken! Wie bereits erwähnt, wird es ein Artikel über Vietnam, aus meiner letzten Sommer-Reise. Es ist erst einige Monate her, aber trotzdem werde ich wieder ganz sehnsüchtig, wenn ich über den Urlaub nachdenke…

Eine Reise nach Vietnam ist generell eine längere und „umständlichere“ Reise und muss natürlich sehr gut geplant und organisiert werden. Sooft ich in Zukunft auch nach Vietnam verreisen werde, der Stress mit den ganzen Koffern (vollgepackt mit den Geschenken für die Verwandten) und dem Zoll, den Trubel am Flughafen und das mehrmalige „Umsteigen“, der mehrstündige Flug, all diese Stressfaktoren werden immer wieder an meinen Nerven zerren. Ist man erst mal angekommen, ist es nun mal nicht so, dass man direkt von einem Chauffeur zum nächstgelegenen Strand kutschiert wird und mit einer Kokosnuss in der Hand den Sonnenuntergang genießen kann. Nein, zuerst gibt es neben dem Klimaschock (sehr warm, sehr stickig) vor allen in den großen Städten, natürlich auch einen Kulturschock! Ja, selbst für mich, die ja eigentlich durch und durch eine Vietnamesin ist. Aber nun denn, ich bin in Deutschland geboren und deswegen auch „eingedeutscht“ (keine negative Wertung!), da bringt mich mein vietnamesisches Aussehen und mein nervöses, vietnamesische Gestammel auch nicht viel weiter. Da ich bisher immer mit meinen Eltern verreist bin, gab es keine allzu große sprachliche Barriere und  mit einigen energischen Schritten und Gedrängel haben wir uns immer recht schnell ein Taxi „erkämpft“. Ja, ich nutze bewusst das Wort „erkämpfen“, denn in Vietnam, zumindest in den Städten Saigon, Nha Trang und Da Nang ist es meist rappelvoll auf den Straßen und auch der Verkehr ist sehr zügig und rücksichtslos, dementsprechend auch gefährlich. An dieser Stelle ein kleiner Rat von mir: es kann sehr hilfreich sein, wenn ihr einen Reiseführer habt, der sich mit dem vietnamesischen Verkehr und der Sprache auskennt.

Nach dieser anfänglichen Hürde geht es aber dann wirklich ins exotische Paradies. In meinem Fall meist in Begleitung von Verwandten an Traumstrände, Wasserfälle, in die wunderschöne, höchst kulturelle Stadt Hoi An (wie im Märchen!) oder auch einfach aufs Land in einen abgelegenen Tempel. Da wir nie in Hotels unsere Bleibe hatten, sondern immer bei Verwandten blieben, habe ich direkt im Alltag meiner Landsleute mitgelebt, was, meiner Meinung nach, die meisten Eindrücke während einer Reise einbringt. Das heißt, ich war auf dem (dreckigen) Morgenmarkt einkaufen, ich habe in Gassen in Straßencafés Nudelsuppe gefrühstückt (der Morgen der Vietnamesen fängt um 5 Uhr an…) und am lauen Abend Mangoshakes oder Rohrzuckerlimonade (herrlich!!!) getrunken, die Bibliothek besucht (Bücher sind so wahnsinnig günstig in Vietnam!)… also das wahre Alltagsleben. Dabei kann man nicht dem Fakt entgehen, dass die Armut in Ländern wie Vietnam noch sehr ausgeprägt ist und das in einem völlig anderen Maß als in Deutschland. Das führte mir immer wieder vor Augen, dass wir alle ein sehr privilegiertes Leben hier in Deutschland führen und dafür sehr dankbar sein sollten.

Alles in allem ist ein Vietnam-Besuch in jedem Fall ein sehr eindrucksvoller Urlaub, der ab und an meinen Nerven gezogen hat (Urlaubsstress gibt es auch), jedoch voller wertvoller Erfahrungen war. Wenn ich an einem verregneten Tag, wie heute, die Augen schließe und an Vietnam denke, befinde ich mich in einem tuckernden Zug in Richtung Da Nang und sehe Felder, endlos grüne Felder und mein Herz zieht sich vor lauter Sehnsucht zusammen.

Ich hoffe der Artikel hat euch gefallen, auch wenn er etwas länger war. Wer nicht gerne liest, darf aber gerne schauen, denn natürlich habe ich auch ein paar Bilder für euch. Ihr könnt mich auch gerne auf meinem Blog besuchen und mir eine Mail schreiben, falls ihr euch für das Thema interessiert!

Liebst, Alice

livera

Ich, Vera schreibe seit 2012 auf Livera. Neben Projekten auf Livera und anderen Onlinemedien arbeite ich als Psychologin im Personalbereich, bin unterwegs oder kreativ, baue, berate, koche oder bin begeistert. Die Sache mit der Ironie habe ich immer noch nicht drauf und weil ich manchmal schwer zu verstehen bin, bin ich auch auf keinen Fall zu ernst zu nehmen!

SHOWHIDE Comments (3)
    1. Danke für den Hinweis. Alices Name ist zu ihrem Blog verlinkt, ich werde mal gleich die Farbe ändern, damit man das besser erkennt.

      LG Vera

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