Es war einmal ein hässliches Fahrrad…


Geduld zählt nicht zu meinen Stärken. Deshalb dauerte es auch nicht mal zwei Tage, ein Fahrrad zu kaufen, nachdem mir die Idee kam. Ich hatte bisher nur ein uraltes Fahrrad, dass seit ca. 4 Jahren im Hof steht und auf eine liebevolle Person wartet, die die Reifen aufpumpt (und die mittlerweile anfallenden Reparaturen auf sich nimmt), aber jetzt im Sommer wollte ich doch wieder ein funktionsfähiges Rad haben, um aus der Stadt rauszufahren. Lass das alte im Hof, ich kauf mir ein neues! Bei einer Sozialeinrichtung habe ich mir ein Gebrauchtrad gekauft, das technisch überholt war, aber schrecklich aussah. Und weil es Leute gibt, die behaupten, sie würden mir erst glauben, wenn sie es vorher auf dem Blog gelesen haben, erzähle ich heute vom Schicksal meines neuen Fahrrads.

Ich hatte eigentlich von Anfang an vor, mein Rad schwarz oder weiß zu lackieren. Nach einem Besuch beim Autozubehör-Handel beschloss ich das Rad bis auf die Knochen abzuschleifen und dann mit einem Autolack anzusprühen. Die Einzelteile waren ziemlich dreckig und zum Teil mit Rost überzogen. Danke WD-40! Mein Freund hat mir das Rad so gut es ging auseinandergebaut, den Rest musste ich abkleben. Und glaubt mir, das ist eine Heidenarbeit! Aber es hat sich gelohnt.

Was meinem Rad außerdem fehlte war ein schöner Sattel. Wir haben uns Ziegen-Wildleder gekauft, weil man das sehr gut in Form ziehen kann. Zufällig habe ich noch eines mit einem schicken Aufdruck entdeckt und beschlossen, dass das Rennrad meines Freundes auch profitieren soll.
Erst mal musste ich vorsichtig den alten Bezug abtrennen und dann das Leder passend zuschneiden. Die beiden Schaumstoffsattel habe ich mit Epoxidharzkleber eingestrichen, das Leder aufgelegt und in Form gezogen. Außenrum habe ich das Leder noch auf der Innenseite festgetackert. Weil der Rennrad-Sattel so montiert wird, dass man unten rein sieht, habe ich noch einen Lederstreifen zugeschnitten und über die Tackernadel geklebt, sodass das wilde Tackernadelchaos  hübsch verdeckt ist.

Zum Schluss habe ich noch eine neue Lenkstange besorgt und nachdem die Griffe total doof aussahen noch Lenkerband verwendet. Es ist einfach so viel bequemer mit diesen Cityrad-Lenkern! Nachträglich habe ich jetzt noch Sattel und Lenker höher stellen lassen.

Schön, wieder ein Fahrrad zu haben! Alle Termine lassen sich schneller erledigen, außerdem habe ich gerade Urlaub und konnte schon ein paar Ausflüge damit machen (und beinahe einen Unfall). Ich habe diesen Sommer extrem viel frei und trotzdem ist so viel los! Geht es euch auch so? Seid ihr auch viel mit dem Fahrrad unterwegs?

livera

Vera startete 2012 den Blog Livera. Sie ist Psychologin, statt aber die Seelen anderer Menschen auszulesen, ist sie unterwegs, schreibt, bastelt, läuft, näht, kombiniert, kocht und entdeckt sie. Ganz ohne Psychoanalyse, allerdings vielleicht doch mit etwas mehr "Wie fühlt sich das an?".

SHOWHIDE Comments (2)
  1. Ich bin einfach nur beeindruckt, was du aus dem alten Rad gemacht hast, inbesondere, da ich seit Jahren meine Uraltrad im Keller auch mal auf Vordermann bringen möchte. Ich hoffe, dies ist jetzt Inspiration genug, damit ich mich mal dranmache. Sehr gut gefällt mir die chice Idee mit dem Wildledersattel.
    Ganz liebe Grüsse,
    Claudine

Leave a Reply

Your email address will not be published.