Von Zwetschgentarte und Bäckerdefiziten

Zwetschgentarte mit Puderzucker

Pflaumen für den Spätsommer Herbst!

Ich will ehrlich sein: Backen ist nicht mein Ding. Große Überraschung für alle, die mich kennen… nicht. Nein, im Ernst, vielleicht liegt es daran, dass ich keinen Spaß daran habe oder daran, dass ich mir eigentlich auch noch nicht mal was aus Süßem mache. Oder ich hab doch ADHS (Alte Psychologenkrankheit, weiß man ja, dass wir uns immer selbst diagnostizieren)!

Wie sonst kann man sich das erkären?

Ich liebe Zwetschgen (dieses Wort klingt einfach noch viel spätsommerlicher als Pflaumen) und im Moment sind sie reif und auf allen Märkten in rauen Mengen zu kriegen. Der Bauernmarkt macht mich gierig und bei Obst und Gemüse kaufe ich gerne zu viel, es müssen dringend Zwetschgen verbraucht werden. In einem Anflug von Übermut kommt mir also die Idee, die fast überrreifen süß-säuerlichen Früchte mit einem mürben Tarte-Boden zu kombinieren. Wie kreativ! Wer behauptet, Backen sei entspannend, der muss irgendwo  eine tiefe Quelle innerer Ruhe haben, denn mich bringt es auf 180. Stundenlanges Kneten, Teige gehen oder ruhen lassen, Ofen vorheizen, alles immer streng nach Rezept und dann so lange Backzeiten! Ich bin wirklich schwer aus der Ruhe zu bringen, aber beim Backen routiere ich. Beim Versuch, noch 1/100tel Sekunde reinzuholen fege ich ein mundgeblasenes Rotweinglas von der Spüle (Was steht das auch da rum?), irgendwie saugt dann auch mein Staubsauger nicht mehr richtig und die Mülleimer trocknen gerade in der Sonne (Wie gerne würde ich tauschen). Als ich die Tarte endlich aus dem Backofen holen kann, hab ich dann doch die Zeit etwas übersehen und brenne mich auch gleich noch am Arm. So schlimm, dass ich das Blech erschrocken auf mein Ceranfeld knalle (nein, es ist nicht kaputt!). Als ich die Tarte dann aus der Form hole, zerbricht sie in 1000 Stücke und überall sind ganz plötzlich Krümel und Zucker.

Pflaumenkuchen im Spätsommer

Backen ist nicht meine Stärke

Pflaumentarte auf livera magazine

Ich kann mir vorstellen, dass ihr jetzt alle unbedingt ein Backrezept von mir haben wollt, oder? Damit wir alle was davon haben, gebe ich euch lieber nicht mein abgewandeltes Kreativ-Rezept, sondern den Standard-Tarte-Teig. Schmeckt sowieso am besten und Back-Experimente sollen andere machen!

  • 200g Mehl
  • 100g Butter
  • 3EL Zucker
  • 1 EL Zimt
  • 700g Zwetschgen
  • etwas Puderzucker

Butter, Zucker, Zimt und Mehl mit etwas Wasser nach Bedarf zu einem Teig kneten und diesen ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Danach in eine mit Öl bepinselte Tarteform ausrollen. Die Zwetschgen vierteln und auf den Teig drapieren. Etwas Zucker drüberstreuen, aber nicht zu viel, damit man nachher noch schön dekorativ Puderzucker stäuben kann. Bei vorgeheiztem Ofen auf 180 Grad 45 Minuten backen.

Und jetzt bloß vorsichtig sein, wenn ihr die Tarte aus der Form nehmt!

Wiener Zucker

Kuschliger Herbst

Wie ist das denn bei euch? Seid ihr Bäcker oder Köche? Ich habe ja die Theorie, dass beides, mal abgesehen von wenigen Ausnahmetalenten, eigentlich nicht möglich ist…

 

livera

Vera startete 2012 den Blog Livera. Sie ist Psychologin, statt aber die Seelen anderer Menschen auszulesen, ist sie unterwegs, schreibt, bastelt, läuft, näht, kombiniert, kocht und entdeckt sie. Ganz ohne Psychoanalyse, allerdings vielleicht doch mit etwas mehr "Wie fühlt sich das an?".

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