10 gute Gründe, das Leben alleine zu feiern

Single oder Fernbeziehung

 

Zwei Themen dominieren viele meiner Gespräche im Moment: Das Singleding und das Fernbeziehungsding. Beides geht kaum jemand freiwillig gerne auf Dauer ein. Irgendwie hofft man doch, dass es irgendwann ein Ende hat oder man arbeitet sogar daran. In Wahrheit hat man es aber meist nicht in der Hand; Gefühle und Gelegenheiten sind manchmal stärker als der rationale Wille.

Trotzdem hat es etwas Besonderes, alleine zu leben und ich will euch mal meine 10 besten Gründe dafür erzählen.

Warum Singles auf sich selbst stoltz sein sollten

 

1. Man darf sich so richtig independent fühlen.

Ich beginne mit dem wichtigsten Argument, denn das muss (vor allen Dingen allen Singles) öfter mal gesagt werden: Ihr könnt stolz auf euch sein! Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nach einer langen Beziehung nicht mal weiß, ob man einen Nagel alleine in die Wand schlagen kann. Auch wenn das übertrieben ist, weiß ich noch, wie ich in dieser Situation eine Freundin gefragt habe: Wie machst du das alles? Das soll nicht heißen, dass alle Menschen in Beziehungen hilflos und unfähig, alleine zu überleben sind, aber es ist eine absolut anerkennenswerte Leistung, all das alleine zu tun, dass sich andere vielleicht teilen. Und ich finde in diesem (Selbst-)Bewusstsein darf man auch durchs Leben gehen!

2. Es bleibt mehr Zeit (für mich & Freunde).

Eine Beziehung ist eigentlich in jedem Fall zeitintensiv. Das ist Zeit, die man gerne investiert und meistens genießt. Meistens . Trotzdem kann ich im Nachhinein sagen, dass ich in den Lebensphasen, in denen ich alleine gelebt habe, sehr viel produktiver war. Man ist fokussierter, vor allem aber hat man sehr viel mehr Zeit: Keine Ablenkung, keine verplanten Wochenenden, keine Erwartungen. Ich bin froh, dass die Situation zu diesen Phasen so war und ich kann nur jedem empfehlen, diese Zeit zu nutzen (das heißt nicht nur in Form von Arbeit!) und zu schätzen. Für sich, für Freunde, für Unternehmungen und Projekte.

 

Warum man alleine unabhängiger ist

Alleine Leben, alleine glücklich sein

 

3. Man muss Selbstverantwortung übernehmen und Probleme alleine lösen.

Ernsthaft, das soll jetzt positiv sein? Ich finde schon. Ich kenne das von mir und von so ziemlich jeder einzelnen Person in meinem Umfeld: Wenn man in einer Beziehung ist, neigt man dazu in der Überforderung Gründe, Verantwortung oder Handlungsspielraum beim anderen zu suchen, der dann schuld oder zumindest aber die für den Ausweg zuständige Person, ist. Wer alleine lebt, verschwendet darauf weniger Energie, denn die Verantwortung muss man immer selbst tragen. Seine Probleme selbst zu lösen hat nicht nur den Vorteil, dass man keinen Streit oder Stress mit anderen hat, sondern auch, dass man nachhaltig und selbstbestimmt handlungsfähig wird, die für sich perfekte Lösung finden kann und persönlich wächst. Und wenn das funktioniert, schafft es auch Selbstbewusstsein.

4. Entscheidungen sind unabhängiger.

Als Single oder wenn man alleine lebt, muss man nicht nur häufiger Probleme selbst lösen, sondern auch Entscheidungen treffen. Das geht dabei los, welche die perfekte Pflanze für’s Wohnzimmer ist und endet bei den ganz großen und oft schwierigen Fragen im Leben. Man kann sich schwer selbst verlieren, wenn die Entscheidungen, die einen zu diesem Punkt geführt haben, von einem selbst kamen (und die Schuld abgeben kann man auch nicht). Man „darf“ Entscheidungen rein und ausschließlich nach dem Credo treffen „Was tut mir gut?„. In einer Partnerschaft, Familie oder einer anderen sozialen Gruppe ist man niemals unabhängig. Ohne das an sich verteufeln zu wollen, ist es doch unheimlich wertvoll, Entscheidungen ganz nach sich selbst zu treffen und sich wirklich „pur“ zu kennen oder kennenzulernen.

5. Man kann so viel türkischen Aufstrich essen, wie man möchte.

Ja, im Ernst! Diese Sachen sind nun mal mit super viel Gewürzen und Knoblauch gemacht und ganz ehrlich: Anders schmecken die auch nicht!

 

Urlaub alleine oder mit Freunden

Alleine am Meer

 

6. Träumen und Vermissen tut gut.

Wir alle haben Wünsche und hoffentlich Träume und es kann sehr gut tun, sich ihnen hinzugeben. Am schönsten ist das Träumen, wenn das Erträumte potentiell irgendwie möglich ist, oder? Das Gefühl des „Vermissens“ ist manchmal schmerzhaft, aber im Grunde ist es absolut positiv, weil es Liebe ausdrückt. Liebe zu einer Person, zu einem Wunsch, einer Situation. Schwierig finde ich es nur, wenn man Dinge aus der Vergangenheit vermisst, denn die kann man nun mal nicht wieder herstellen. Aber auch da tut Träumen vielleicht manchmal sogar gut. In jedem Fall zeigt es uns, worauf es ankommt und was uns wirklich wichtig ist!

7. All eyes on me: Mein Tempo, mein Rhythmus.

Gemeinsam zu leben bedeutet, sich aufeinander einzustellen. Anders wird es nicht funktionieren. Meist hat man das in der Arbeit oder Uni den ganzen Tag und hat gewisse Vorstellungen, wie der Feierabend dann aussehen soll oder wie lange man am Wochenende ausschlafen möchte. Ich kann es sehr genießen, nach Hause zu kommen, genau das zu essen, worauf ich Lust habe und genau dann, wenn ich mich erholt fühle loszustarten zu einer Aktivität, die mir Spaß macht. Und wenn ich nur durchs Pflanzencenter bummle, vor den Hortensien träume, bei den Palmen gefühlt einschlafe und die Orchideen links liegen lasse (Auch sehr empfehlenswert: Allein-Ausflüge zu dm, ins Küchenstudio oder durch Vororte). Ein Leben im ganz eigenen, am besten spontanen Rhythmus hat doch was!

 

Das Leben alleine als Single oder in einer Fernbeziehung

 

8. Einsamkeit und Heimweh sind ok.

Weiß die, wovon sie redet? Doch, ich kenne dieses Gefühl der Einsamkeit, die Leere im Kopf und gleichzeitige Enge in der Brust, dieses Gefühl, das einen schwer tief einatmen lässt und manchmal regelrecht lähmt. Und trotzdem behaupte ich: Man muss nicht immer stark sein, man muss dieses Gefühl nicht immer im Keim ersticken, man darf es auch mal zulassen. Man darf auch mal unvernünftig sein und den nächsten Flug buchen oder in Tränen versinken, weil es diese Möglichkeit nicht gibt. Wenn eine gute Freundin Heimweh hat oder einsam ist, würde man ihr niemals sagen, sie darf das nicht zulassen. Man würde ihr wahrscheinlich zuhören und versuchen rauszufinden, was ihr gut tut. Warum sollten wir uns schlechter behandeln als eine gute Freundin? All die Gefühle, der Herzschmerz und das Selbstmitleid dürfen auch mal raus und am Ende haben wir es auch verdient, von uns selbst umsorgt zu werden.

9. In der Ruhe liegt die Kraft.

Vielleicht sage ich das, weil ich lärmempfindlich bin und so sehr ich Stadt und Menschen um mich rum brauche, kaum etwas so genieße, als mich nach einem langen, lauten Tag auf mein weißes, leeres Bett zu werfen und all den Trubel draußen zu lassen. Trotzdem tut es uns sicher allen gut, mit uns selbst zu sein und genau die Gelegenheit hat man, wenn man alleine lebt. Man kann Gesellschaft haben, so lange man möchte und zuhause für sich sein, wenn man das nicht mehr möchte. Ohne Rechtfertigung, ohne Grund, ganz ungestört. Ich glaube auf diese Art und Weise hat man auch eher die Ruhe, mit sich selbst zu sein und bei sich selbst zu bleiben.

 

Wer alleine lebt, ist häufig offener für Neues

 

10. Lust auf mehr: Wer alleine lebt, ist offen.

Kennt ihr diese Pärchen, die alles richtig machen und wenn mal was blöd läuft, liegt es an den anderen? Wenn’s läuft bei einem und man sich einig ist, dass man die Dinge gut hinkriegt, läuft man auch Gefahr, stehenzubleiben,  sich einzufahren oder sogar andere/s zu verurteilen. Wenn man alleine lebt, sucht man sich schließlich meist Gesellschaft von vielen verschiedenen Menschen. Man ist meist (!) nicht nur offen für neue Abenteuer, sondern auch für Veränderungen. „Du bist immer nur einen Schritt von einem komplett anderen Leben entfernt“, ist ein Spruch, der mir da einfällt und das klingt ja wohl mal verdammt spannend, oder?

livera

Vera startete 2012 den Blog Livera. Sie ist als Psychologin im Personalbereich tätig, statt aber Seelen auszulesen, ist sie unterwegs, schreibt für Livera und andere Onlineformate, bastelt, läuft, näht, kombiniert, kocht und entdeckt sie. Ganz ohne Psychoanalyse, allerdings vielleicht doch mit etwas mehr "Wie fühlt sich das an?".

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