Die Sache mit dem Flaschen-Wasser…

Wasser für die Welt

 

Ich bin zurück aus einem Blogurlaub, der eigentlich nur als kleine Blogpause gedacht war. Seit ich meine Selbstständigkeit Anfang des Jahres zu meiner Haupttätigkeit gemacht habe, war dies mein zweiter Urlaub, in dem ich wirklich mal keine Arbeit mithatte.

Das Trügerische ist, dass die Aufträge, die ich habe mehr nach Spaß denn nach Arbeit klingen. Und sie machen auch Spaß! Aber am Ende habe ich Vorgaben, Termine und vor allem den Druck, dass sich immer zur rechten Zeit alles fügt. Für jemanden wie mich, der ohnehin schwer loslassen kann, fällt es dann doppelt so schwer loszulassen. Ich schätze die Freiheiten der Selbstständigkeit und mag es, mich selbst organisieren zu können, aber ich hasse die Einsamkeit meiner Arbeitstage und deshalb wird all das ab Oktober erstmal zurückgestellt sein. In meinem Kopf gibt es da zwar noch viele Ideen, die bestimmt eines Tages reif sind und gemeinsam mit anderen Menschen wachsen können, aber für den Moment freue ich mich auf den Arbeitsalltag als Angestellte. Der Blog ist dann auch wieder ganz ausschließlich Spaß-Projekt!

Zurück zum Urlaub. Wir waren nämlich wieder Roadtrip-mäßig unterwegs und ein Thema hat uns besonders beschäftigt gehalten: Frisches Wasser und wie man davon auch unterwegs immer genügend hat.

 

Meer oder See - Wasserliebe

 

Was ist eigentlich schlimmer: Gekaufte Wasserflaschen oder das gekaufte Wasser aus Flaschen? Bottled Water meint irgendwie beides und den Begriff kennen wir sicher alle. Unter den vielen Nachhaltigkeits-Issues, die uns momentan beschäftigen, ist es irgendwie ein besonderes Herzensthema für mich.

Nicht nur, weil ich Wasser an sich liebe. Weil es besonders sinnlos ist, für etwas zu bezahlen, dass niemandem gehören sollte. Weil weil es so geschmacklos ist, aus einem menschlichen Grundbedürfnis, das Lebensgrundlage aller Menschen und Tiere und nicht zuletzt unserer Natur darstellt, ein Geschäft zu machen.

 

Das Video zum Thema von Annie Leonhard ist schon lange im Netz und trotzdem finde ich es immer noch einfach super. Auch wenn es im Einzelnen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland gibt, zeigt es in weniger als zehn Minuten, wie durch eine medienwirksame Kampagnenarbeit die allgemeine Meinung verbreitet wurde, man bräuchte unterwegs Wasser aus Plastikflaschen, bis die Alternativen irgendwann verdrängt waren. Dabei ist Bottled Water weder hochwertiger noch schmeckt es besser als Wasser, das man sich zuhause abgefüllt hat oder unterwegs aus einem öffentlichen Hahn holt. Selbst in den Haushalten gibt es mittlerweile häufig nur noch Trinkwasser aus Flaschen und in manchen Haushalten gewinnt man den Eindruck, Wasser ohne Kohlensäure wäre kaum genießbar. Dass auch das nicht gesund ist, ist ebenso aus dem Bewusstsein verschwunden, wie die Umweltbelastung, die insbesondere durch Wasserflaschen entsteht. Die tröstende Antwort der Industrietreibenden scheint die PET-Flasche, die vermarktet wird, als könnte man PET restlos und ohne großen Energieaufwand wieder in neue Flaschen recyceln. In Wahrheit belastet Bottled Water nicht nur die Umwelt und unsere Meere, sondern macht ein Grundbedürfnis Schritt für Schritt zu einem Luxusgut, das man sich leisten können muss.

 

 

 

Das lukrative Geschäft mit Bottled Water zu stoppen, scheint ein verlorener Kampf und sollten gesetzliche Reglementierungen irgendwann möglich sein, ist es vermutlich zu spät. Der Markt wird allerdings auch durch Nachfrage gefüttert und hier können wir alle beweisen, wie mündig und aufgeklärt wir leben möchten. Wenn man davon ausgeht, dass Unüberlegtheit einer der größten Feinde einer nachhaltigen Lebensführung ist, dann sei an dieser Stelle erwähnt, dass es wahrscheinlich wenig gibt, das so unüberlegt ist, als morgens das Haus zu verlassen in dem Wissen, dass man sich erstmal irgendwo eine Flasche Wasser besorgt und damit Geld für etwas ausgibt, das man zuhause aus der Leitung bekommt. Manchmal habe ich fast das Gefühl, diejenigen, die am lautesten gegen die Industrie im Allgemeinen schimpfen, lassen sich am meisten von ihr verarschen. Keine Coke kaufen, weil uns die Zuckerindustrie nur abhängig machen möchte und dann Fidschi-Wasser trinken, damit die Haut immer schön hydriert ist und der Hunger etwas später kommt. Ich bin sicher: Die gute Luft aus der Flasche wird kommen. Damit wir alle bald Haut haben wie die Models auf den ersten Seiten der VOGUE und noch mehr Energie für eine fordernde Welt voller Unwissender. Dabei läuft man mit Bottled Water nicht nur mit Müll in der Hand rum, sondern man schadet Menschen und Natur.

 

Nachhaltiger Trinken

 

Lasst uns nicht ziellos laut schimpfen, gegen die Industrie im Allgemeinen und schlaue Weisheiten verbreiten, sondern etwas überlegter handeln. Bewusster.

Lasst uns nicht arrogant sein! Lasst uns diese Absurdität nicht mitmachen und diese Entwicklung stoppen!

 

Keine Chance für die Bottled Water Industrie

Trinkwasser in Deutschland

livera

Vera startete 2012 den Blog Livera. Sie ist Psychologin, statt aber die Seelen anderer Menschen auszulesen, ist sie unterwegs, schreibt, bastelt, läuft, näht, kombiniert, kocht und entdeckt sie. Ganz ohne Psychoanalyse, allerdings vielleicht doch mit etwas mehr "Wie fühlt sich das an?".

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