Traditionellen Chai für die Winterzeit selbst kochen

Selbst Chai Latte machen und bestellen

 

Ich mag Menschen, die für eine Sache begeistert sind. Wer nicht? Wir alle haben unsere Herzensthemen, aber irgendetwas gibt es da noch, das uns solche Themen auch verinnerlichen, umsetzen oder nach außen tragen lässt. Es ist immer spannend, wenn Menschen von ihren Ideen erzählen. Wenn zum Beispiel ein Bayer in Indien Gewürze in Bioqualität zusammensucht und in Berlin zu Masala Chai mischt, um am Maybachufer Chai zu kochen, dann gibt das eine interessante Story. Erst recht, wenn hinter dem gesamten Vorhaben mehr Liebe zum Produkt und zur Idee steckt als zum wirtschaftlichen Nutzen oder zur Vertriebsförderung.

Vielleicht mochte ich Jakob und seinen Chai Tee auch deshalb sofort. Vielleicht liegt es aber auch ein bisschen daran, dass der Chai einfach ziemlich lecker ist . Ihr kennt Chai bestimmt schon aus einigen Cafés, tatsächlich ist traditionell indischer Chai aber doch nochmal etwas anderes. Er wird auf der Basis von Schwarztee hergestellt und mit Gewürzen abgerundet und gekocht. Für CHAIKOB’S packt Jakob auch Mischungen für Zuhause ab und weil das nicht nur ein perfektes weil wärmendes Wintergetränk ist (selbst erprobt an kältesten Novembertagen), sondern auch ein fantastisches Weihnachtsgeschenk, habe ich ihn gebeten, mir für Livera ein bisschen mehr über Chai, seine Idee und vor allem darüber zu erzählen, wie man ihn kocht.

 

DIY Masala Chai Latte

Chaikobs Chai Tee trinken

Original Indischen Chai online bestellen

 

Jakob, du bezeichnest dich als Chaiwallah. Was kann man sich darunter vorstellen? Wie kamst du auf die Idee, Chaiwallah zu werden?

Jakob: Als Chaiwallah wird in Indien ein Teeverkäufer bezeichnet. Er ist an jeder Straßenecke zu finden und versorgt die Menschen in zeremonieller Art und Weise mit dem indischen Nationalgetränk: Frisch gekochtem Masala Chai. In Indien ist Chai irgendwie mehr als nur Tee. Der Chaiwallah ist ein Treffpunkt, ein Platz zum Runterkommen, zum Unterhalten, zum Lachen – zum Genießen.

Auf meinen Indienreisen hat mich das immer sehr angezogen. Ich finde das einfach cool und sinnvoll, Menschen biologisch authentischen Tee zu kochen, ihnen etwas Gutes zu tun. Traditionell indischer Chai ist in Deutschland sehr rar, deswegen dacht ich mir: „Ich werde Chaiwallah!“ Nach diesem Beschluss reiste ich quer durch Indien, kaufte mir einen indischen Verkaufswagen, die nötigen Kochutensilien und originale Teegläser. „What are you doing?“, fragten mich die Inder lachend. „I will be Chaiwallah in Germany!“

Zurück in Deutschland baute und bemalte ich mein Verkaufswägelchen, mit dem ich nun auf verschiedenen Märkten und Festivals indischen Masala Chai koche. Ich habe drei verschiedene Gewürztees kreiert, dich ich auch in abgepackter Form anbiete.

 

Welchen Tee verwendet man am besten für einen möglichst originalen Masala Chai? Und welche Gewürze sollten auf keinen Fall fehlen?

Jakob: Als Schwarztee wird meist ein Assam CTC verwendet. Assam liegt im Nordosten Indiens und der Tee zeichnet sich durch eine kräftige und malzige Note aus. CTC (Crushing – Tearing – Curling) ist eine besondere Produktionsmethode, bei der die getrockneten Teeblätter zerkleinert werden, damit die Zellen des Tees schneller und gründlicher aufgerissen werden. Dadurch entsteht eine intensivere Note, die dafür sorgt, dass der Schwarztee in Kombination mit der Milch und den Gewürzen nicht verloren geht.

Für das Masala hat jeder Chaiwallah ein eigenes Geheimrezept. Die Basis bilden für mich Zimt, Kardamom und Ingwer. Gewürze wie z.B. Pfeffer, Nelken, Muskat, Sternanis, Vanille oder auch Chili können die Gewürzmischungen dann abrunden. Auf Indiens Straßen wird allerdings auch oft ein sehr leckerer Chai getrunken, der nur mit schwarzem Tee und Ingwer gekocht wird. Nicht jeder kann es sich leisten, teure Gewürze wie Kardamom zu verwenden. Ein Chaiwallah in Delhi hat mir anfangs Chai mit frischem Ingwer gekocht. Nach dem zweiten Besuch hat er eine Kardamomkapsel mitgekocht und mir grinsend mitgeteilt: „Only for good friends I use cardamom!“

 

Chai Latte und Co. gibt es ja schon seit einiger Zeit in vielen Cafés und im Supermarkt. Was macht denn dabei den Unterschied zu einem traditionell indischen Masala Chai?

Jakob: Wenn ich mit meinem Teewägelchen unterwegs bin und es im Chaitopf köchelt, schäumt und raucht, fragen viele Leute, was ich da mache, sie wollen doch eigentlich nur einen Chai Latte. Das Schäumen, rauchen und köcheln ist genau der Unterschied zwischen einem traditionell indischen Masala Chai und einem Chai Latte in einem Café bei uns. Durch das Aufkochen des Tees und der Gewürze mit Wasser und Milch, brodelt sich ein Zaubertrank zusammen, der die ganze Intensität des Tees und der Gewürze aufnimmt und eine besondere Konsistenz entwickelt. Das Masala meiner Tees wird direkt vor der Produktion sehr fein gemahlen. Ich finde, der Chai wird dadurch intensiver und es werden sogar kleinere Mengen an Gewürzen benötigt. Wir kennen Chai Latte meistens als Instantpulver, das mit Wasser oder Milch aufgebrüht wird. Oder als herkömmlichen Teebeutel, serviert mit Milchschaum. Ich finde, das schmeckt einfach anders…

 

Chai Latte original selbst machen

Bio Chai Tee aus Indien

Chai Tee mit Milch und Gewürzen selbst kochen

Nachhaltige Teeproduktion

Chaikobs Tee online bestellen

 

Auf deiner Homepage liest man, dass es für dich fair und selbstverständlich ist, den Leuten etwas zurückzugeben, die einen großen Anteil am Produkt haben. Was heißt das für dich konkret und in welchen sozialen Projekten engagierst du dich? Worauf legst du Wert und wie gehst du vor?

Jakob: Konkret heißt das für mich soziale Nachhaltigkeit. Chaiwallahs haben mir gezeigt, wie indischer Tee gekocht wird, Pflückerinnen und Pflücker in Assam ernten und trocknen den Tee, die Gewürzbauern in Kerala ziehen Zimtbäume auf und arbeiten im Ingwerfeld. Diesen einfachen Menschen, die es möglich machen, dass wir Masala Chai trinken dürfen, sollte man etwas zurückgeben, als Anerkennung und Wertschätzung.

Den Grundstein dafür lege ich, indem die Zutaten ausschließlich in hochwertig biologischer Qualität eingekauft werden. Der Tee stammt aus Teegärten, die sich für Schulprojekte in der Region Assam einsetzen, und die Gewürze sind von kleinen Bauern in Kerala, denen es durch einen höheren Verkaufspreis möglich ist, in ihren privaten Gewürzgärten biologisch anzubauen.

Bei sozialen Projekten lege ich Wert darauf, dass Geld sinnvoll eingesetzt wird, indem das Geld der Selbsthilfe der Menschen dient. Schulprojekte vor Ort, höhere Löhne, pestizidfreier Tee- und Gewürzanbau, das sind alles Dinge, für die ich mich einsetzen will. CH
AIKOB´S ist noch ein sehr kleines Unternehmen, aber ich arbeite daran, viele Ideen in diese Richtung umzusetzen. 😊
Wie kocht man einen echten indischen Masala Chai?

Jakob: Du brauchst folgende Zutaten für eine Tasse:

  • 1TL Schwarztee, am besten einen Assam CTCChaikobs weihnachtlicher Chai online
  • 1 Messerspitze Masala, also die Gewürzmischung
  • 150 ml Wasser
  • 150 ml Milch
  • 1 – 2 TL Zucker
  • 3 Scheiben frischen Ingwer

Tipp für das Masala: Zimt, Kardamom, Ingwer, Pfeffer, Nelken. Zum Zerkleinern nimmst du einen Mörser oder noch besser wäre eine elektrische Gewürzmühle, um das Masala richtig fein zu bekommen.

 

Zubereitung für eine Tasse:

  • Wasser, Tee und Masala in einem Topf zum Kochen bringen
  • Milch, Zucker und frischen Ingwer hinzugeben
  • Chai ca. 3 – 5 Minuten köcheln lassen
  • Durch ein feines Sieb gießen – fertig!

 

 

Bei der Zubereitung ist am Wichtigsten, immer am Ball zu bleiben, wobei ein Chaiwallah mal meinte, indischer Chai muss überkochen, damit er schmeckt. 😊

 

 

 

Danke Jakob, für deine Antworten!

Wollt ihr euren Chai nicht selbst mischen, gibt es online auf Jakobs Homepage oder auf Amazon die Möglichkeit, seine drei verschiedenen Sorten zu kaufen. Auf Facebook könnt ihr euch auch informieren, auf welchen Märkten und Festivals er gerade als Chaiwallah unterwegs ist!

Gehört ihr zu den Tee- oder den Kaffeeliebhabern? Was sind denn eure Tipps, um die kalte Jahreszeit zu genießen?

 

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Chai von Chaikobs

livera

Vera startete 2012 den Blog Livera. Sie ist als Psychologin im Personalbereich tätig, statt aber Seelen auszulesen, ist sie unterwegs, schreibt für Livera und andere Onlineformate, bastelt, läuft, näht, kombiniert, kocht und entdeckt sie. Ganz ohne Psychoanalyse, allerdings vielleicht doch mit etwas mehr "Wie fühlt sich das an?".

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