DIY Heizungsverkleidung mit Wiener Geflecht + Tipps zum nachhaltigen Heizen

DIY Heizungsverkleidung

DIY Wiener Geflecht Heizung

 

Für hässliche Heizkörper gibt es eine einfache Lösung: Verkleiden. Ich hatte das schon lange vor und schnell wusste ich, dass es mit Wiener Geflecht auch noch super aussehen kann.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wir heizen mittlerweile schon eine ganze Weile. Mit Baby verbringt man einfach zu viel Zeit auf dem Boden, als dass man darauf so einfach verzichten könnte. Seit unserem Weihnachtsurlaub auf Pellworm träume ich ja von einer Wandheizung aber in einer Altbauwohnung in Miete ist das gerade nicht so wirklich eine Überlegung. Trotzdem sind diese Heizkörper ja super hässlich, auch wenn ich sie bei unserem Einzug alle gestrichen habe. Außerdem hat man mir mein halbes Leben lang erzählt, wie ich als Baby einmal unter einem Heizkörper mit dem Kopf stecken blieb und das wollte ich unserem Kind dann doch nicht zumuten (wobei es wohl eher ein Eltern-Trauma ist, als das eines Kindes ).

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben die hässlichste unserer Heizungen in der Küche hübsch verkleidet. Und zwar so, dass nicht zu viel Wärme abgeschirmt und damit verloren geht. Es war ein typisches Projekt für unseren Haushalt: Ich plane, kaufe ein, lege los,… mein Mann sorgt dafür, dass es ordentlich fertig gemacht wird. Nicht, weil er der Mann im Haus ist, sondern weil ich einfach zu ungeduldig bin und dann oft zu pragmatisch bin, während er sich im Detail verliert. In der Kombi hat das diesmal super funktioniert!

Die Anleitung für eine Heizkörperverblendung und die wirksamsten Tipps zum energieeffizienten Heizen gibt es in diesem Artikel!

 

DIY Heizungsverblendung

Rahmen für Heizung selbst bauen

Heizungsverblendung mit Wiener Geflecht

DIY Heizung mit Türe versehen

 

AAnleitung Heizungsverblendung mit Wiener Geflecht

Folgendes habe ich eingekauft:

  • 2 Fichtenholzlatten in der Breite der Verkleidung
  • 2 Fichtenholzlatten in der Höhe der Verkleidung minus 2x der Breite der Latten
  • 2 Zierleisten in der Breite der Verkleidung minus 2x der Breite der Latten
  • 2 Zierleisten in der Höhe der Verkleidung minus 2x der Höhe der Latten
  • Wiener Geflecht in der Grüße der Verkleidung (gibt es z.B. bei Amazon günstig – Werbung)
  • 2 dicke Schrauben oder einfach Metallstäbe (zum Einhängen)
  • ein Schloss (Bolzenriegel oder Karabiner) – kein Affilate-Link!
  • Holzleim
  • Klammern/Schraubzwingen/ähnliches zum Fixieren
  • Japan- oder Laubsäge
  • Tacker & Cutter oder scharfes Messer
  • etwas feines Schleifpapier
  • Weiße wasserlösliche Acrylfarbe + Farbrolle

 

Die Anleitung funktioniert nur, wenn eure Heizungen nach hinten in die Wand versetzt angebracht sind und ein Fensterbrett übersteht. Wir haben erstmal ein Grundkonstrukt gebaut, indem wir die Fichtenlatten entsprechend dem Bild zu einem Rahmen verleimt haben. Theoretisch kann man das Gerüst auch verschrauben, bei so dünnem Fichtenholz spaltet sich das Holz aber schnell wenn man nicht ordentlich vorbohrt und mit Leim geht es genauso gut und viel schneller. Der Rahmen muss vor dem Weiterarbeiten gut durchtrocknen.

Mühsam finde ich immer, Holz auf Gehrung zuzuschneiden, aber bei den Zierleisten geht das ganz einfach, wenn ihr mit einem Geodreieck 45 Grad anzeichnet und das Dreieck am Rand z.B. mit einer Japan- oder Laubsäge wegschneidet. Für die vier Schnitte lohnt sich fast kein gutes Werkzeug zu besorgen, falls ihr nicht so gut ausgerüstet seid.

Das Wiener Geflecht franst am Rand schnell aus. Deshalb haben wir es erst von hinten an den Rahmen getackert und dann überstehende Reste mit einem Cutter abgeschnitten. Erst danach haben wir auch die Zierleisten angeklebt. Ist alles getrocknet, kann man noch an den beiden Seiten unten ein Loch bohren für die Metallstäbe und das ganze Konstrukt weiß lackieren. Auch im Rahmen muss natürlich ein Loch sein, in das die Verblendung an den Metallstäben dann eingehängt werden. Ist bei euch noch kein Rahmen vorhanden, könnt ihr einfach zwei Holzleisten links und rechts anschrauben, in die sich leichter Löcher bohren lassen. Die Verblendung haben wir einfach eingehängt und mittig oben das Schloss montiert. Ihr erkennt es auf dem letzten Bild. So kann man die Klappe zum Regulieren der Heizung öffnen und gleichzeitig wird sie so zugehalten.

 

DIY mit Wiener Geflecht

Heizungsverblendung Livera

 

Weil ca. 70% des Energieverbrauchs und 60% des CO2-Ausstoßes im Wohnraum durch Heizen entsteht, habe ich mich außerdem kürzlich für re:BLOG damit beschäftigt, wie man am besten energieeffizient heizt und gleichzeitig ein angenehmes Raumklima ermöglicht.

 

DDie ideale Luftfeuchtigkeit

Unser Kälteempfinden ist sehr subjektiv ist. Die Wohlfühltemperatur hängt zum Beispiel von der (relativen) Luftfeuchtigkeit ab. Sie gibt an, wie gut die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist im Verhältnis zur maximal möglichen Sättigung. Bei 100% Sättigung würde bei weiterer Feuchtigkeitszufuhr der Wasserdampf direkt wieder kondensieren. Es kann also bei einer hohen Sättigung nur noch wenig Wasser aufgenommen werden, weshalb auch Schweiß langsamer verdunstet. Dadurch wird die Körperkühlung erschwert. 

Je höher die Raumtemperatur, desto mehr Wasser kann die Luft bis zur 100% Sättigung aufnehmen. Umgekehrt fällt die Temperatur, wenn die relative Luftfeuchtigkeit ansteigt. Bei der Verdunstung von Wasser wird immer auch Wärmeenergie verbraucht. Wird die Luft zum Beispiel durch einen Heizkörper erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit ab, da die Luft bei höherer Temperatur ja mehr Wasserdampf aufnehmen könnte. Wenn die Luft schon von vornherein sehr feucht ist, kann nur wenig Wasser verdampfen und die neue Temperatur liegt nur wenig unter der ursprünglichen Temperatur. Bei sehr trockener Luft dagegen liegt die neue Temperatur sehr schnell sehr viel tiefer. Wer es ganz genau wissen kann, kann zum Beispiel hier https://www.energie-lexikon.info/luftfeuchtigkeit.html nachlesen.

Die ideale relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Man kann das sehr einfach mit einem Hygrometer messen, wenn man sich nicht auf sein Gefühl verlassen möchte. Als Faustregel gilt aber, dass die Luftfeuchtigkeit bei Kälte, also im Winter niedriger ist als im Sommer. Bei wärmeren Außentemperaturen kühlt die hoch wassergesättigte Außenluft im Innenraum schnell ab und erhöht dadurch die relative Raumfeuchtigkeit. Im Winter dagegen wird die kalte Außenluft im Innenraum von der Heizung erwärmt und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt. Auch bei höherer Raumtemperatur ist die ideale Luftfeuchtigkeit somit niedriger. Bei gleichbleibender Temperatur empfinden wir feuchtere Luft wärmer. 

 

WWie also kann man effizient Heizen?

  • Es wird ständig Wasserdampf an die Raumluft abgegeben: über den Atem und die Haut, beim Kochen und im Badezimmer und sogar über Pflanzen. Ein regelmäßiger Luftaustausch durch Lüften ist deshalb hilfreich. Stoßlüften, also weit geöffnete Fenster für etwa fünf Minuten helfen, damit der Luftaustausch effektiv stattfinden kann, idealerweise mit Durchzug. In den wärmeren Monaten empfielt es sich morgens und abends zu lüften – nicht nur wegen den kühlen Temperaturen sondern vor allem weil zu diesen Zeiten die Außenluft trockener als die Raumluft ist. Übermäßiges Lüften etwa durch dauernd gekippte oder undichte Fenster führt zu einer zu hohen Luftwechselrate und stört damit die Luftfeuchtigkeit, außerdem kann es zu Schimmel führen.
  • Außerdem helfen etwa Polstermöbel, Vorhänge oder Teppiche, Wasserdampf aufzunehmen oder abzugeben und damit die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und Schwankungen zu vermeiden. Außerdem sorgen sie für warme Füße .
  • Wenn Wände in einer Wohnung sehr viel kühler sind als die Luft im Raum, findet Kondensation viel früher statt und die relative Luftfeuchtigkeit erreicht schnell 100%. Hohe Temperaturunterschiede sollten deshalb vermieden werden. Sind mehrere Heizkörper vorhanden, sollten alle gleichermaßen genutzt werden und kalte Außenwände sollten gemieden oder mit Textilien und co. abgeschirmt werden.
  • Wann immer möglich sollte man Heizungen abdrehen. Da kalte Luft weniger Wasser aufnimmt, erhöht sich dadurch der Feuchtigkeitsgehalt in der oft trockenen Heizungsluft.
  • Eine Wasserschale auf oder an dem Heizkörper hilft ebenso über Verdunstung die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Außerdem kann man die Luftfeuchtigkeit erhöhen, indem man den Wäscheständer im Wohnraum aufstellt oder das Dampfbügeleisen hier nutzt. Auch den Wasserdampf nach dem Duschen oder Kochen kann man nutzen. Auch Pflanzen sind tolle Luftbefeuchter! Bei sehr trockener Luft kann man auch Luftbefeuchter einsetzen. Einige Lüftungsanlagen erzeugen auch eine Wärmerückgewinnung und setzen die Feuchtigkeit der Abluft erneut ein.
  • Gerade in größeren Räumen macht es daher Sinn, zu den typischen Nutzungszeiten eine Grundtemperatur zu halten, anstatt immer wieder neu nachzuregulieren oder die Heizung zwischendurch abzuschalten. Die Wohnraumtemperatur sollte auch nachts nicht mehr als 5 Grad gesenkt werden, da sonst zu viel Energie aufgewendet werden muss, um den Raum wieder aufzuheizen. Außerdem entsteht bei zu niedrigen Temperaturen aufgrund der Luftfeuchtigkeit Schimmelgefahr.
  • Bei der Regulierung hilft ein Thermostat, das die Raumtemperatur konstant hält und die Heizungsleistung etwa senkt, wenn die Sonne scheint oder viele Menschen im Raum sind. Wie genau das Thermostat funktioniert kann man hier nachlesen. 
  • Auch eine Nachtabsenkung ist sinnvoll, denn im Schlaf reguliert der Körper die Temperatur um 1-2 Grad herunter und wir brauchen es weniger warm. 
  • Schon bei der Einrichtung sollten Heizungen nicht verbaut werden und auch im Alltag sollten die Heizkörper nicht als Ablagefläche genutzt oder von Vorhängen verdeckt werden, um die Luftzirkulation nicht zu stören. Dämmmatten oder Aluminiumplatten hinter der Heizung sorgen für weniger Wärmeverlust.
  • Die Temperatur kannst je nach Raum variieren – je nachdem wann und wie lange man sich üblicherweise aufhält. Die ideale Wohlfühltemperatur variiert auch in Abhängigkeit der Luftfeuchtigkeit je Raum und der individuellen Vorlieben. Wir heizen zum Beispiel kaum im Badezimmer, weil der kleine Raum durch das warme Wasser schnell erwärmt wird, ein kühler Flur stört uns nicht, wenn die Türen geschlossen sind und in der Küche brauchen wir es nur morgens und abends warm. Manche Räume erwärmen sich auch schneller, etwa durch Abwärme von Elektrogeräten. Bei sehr hohen Räumen, in denen die Wärme nach oben entweicht, kann ein Deckenventilator helfen, die Luftschichten zu durchmischen.
  • Dichtungen an den Fenstern sorgen für wenig Wärmeverlust und nachts kann man den Effekt mit Rolläden und Vorhängen noch verstärken.
  • Auch den Grundumsatz können wir beeinflussen. Ganz klassisch hilft es, viel in Bewegung zu bleiben und auch an Schreibtischtagen zwischendrin aufzustehen oder sich wenigstens zu dehnen. Der Grundumsatz steigt aber auch, wenn wir uns Kälte aussetzen. Es macht deshalb Sinn, möglichst viel Zeit draußen zu verbringen und nicht sofort zu heizen oder voll aufzudrehen, sondern die Heizung langsam zu steigern. So passt sich der Organismus auch langfristiger an.
  • Neben dem Stoffwechsel entscheiden der Blutdruck und unsere Kälterezeptoren über Wärmeempfinden. Bei niedrigen Temperaturen verstärkt sich die Durchblutung lebensnotwendiger Organe, die im Korpus liegen. Es bleibt nicht genügend Energie für die Extremitäten. Warme Füße helfen deshalb Wunder. Die Durchblutung kann auch durch Sauna oder Wechselbäder angeregt werden. Auch Kerzenlicht trägt zur Wohlfühltemperatur bei. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen lässt uns warmes Licht von etwa 2700 Kelvin Temperaturen wärmer wahrnehmen.
  • Wärme entsteht zudem durch Muskelzittern und wer muskulös ist, friert weniger leicht. Im Umkehrschluss hilft also auch ein gesunder Muskelbau, weniger zu frieren und die Heizung nicht immer auf Anschlag aufdrehen zu müssen. Frauen frieren deshalb leider leichter. Das liegt neben der geringeren Muskelmasse auch an der dünneren Haut. Körperwärme wird aber auch durch Nahrung und Fettreserven überzeugt und die können wir wieder beeinflussen. Während der Winterspeck auch seine Nachteile mitbringt, kann eine energiereiche und ausgewogene Ernährung uns helfen, auch in Ruhe weniger zu frieren.
  • In Deutschland wird von etwa Oktober bis Ende April von der Heizperiode gesprochen. Laut Mietrecht muss die Heizungsanlage eingeschaltet sein, wenn die Außentemperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen um 21 Uhr unter 12 Grad liegt. Die Raumtemperatur liegt idealerweise bei 20 Grad. Erst darunter sollte die Heizung in Privathaushalten aufgedreht werden. Bei 20 Grad kann unser Stoffwechsel ideal arbeiten, die Fettverbrennung funktioniert einwandfrei und es wird Eigenwärme produziert. Temperaturen darüber fahren unseren Stoffwechsel langsam wieder herunter und es fällt uns nicht nur schwer, die Eigenwärme zu regulieren, sondern wir werden auch müde. Und Müdigkeit lässt uns bekanntlich wieder frieren.
  • Generell gilt: Eine gut eingestellte Wandheizung sorgt für das optimale Raumklima bei minimalem Energieaufwand. Auch Fußbodenheizungen sind effizienter als Radiatoren. Sie sind zwar träger, lassen uns aber die Temperatur um bis zu 2 Grad wärmer wahrnehmen. Infrarotheizungen sind in den seltensten Fällen die effizienteste Lösung, können aber wie die Bodenheizung mit grün erzeugtem Strom betrieben werden. Das Bundesumweltamt rät im Übrigen vom Heizen mit Kamin, Kachelofen oder Ethanolkaminen ab. Zu hoch sind die Schadstoffbelastung sowie Staub und CO2 Emissionen.

 

Wie heizt ihr zuhause?

Habt ihr auch so hässliche Radiatoren oder eine andere, schönere Lösung?

 

Selbstgebaute Türe für die Heizung

livera

Ich, Vera schreibe seit 2012 auf Livera. Neben Projekten auf Livera und anderen Onlinemedien arbeite ich als Psychologin im Personalbereich, bin unterwegs oder kreativ, baue, berate, koche oder bin begeistert. Die Sache mit der Ironie habe ich immer noch nicht drauf und weil ich manchmal schwer zu verstehen bin, bin ich auch auf keinen Fall zu ernst zu nehmen!

SHOWHIDE Comments (0)

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.