Selbstständig als Mama: Der perfekte Baldachin

LIVERA I Mamabusiness: Baldachin

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Auf Instagram wurde ich mittlerweile schon ein paar mal nach unserem Baldachin gefragt. Er hat wirklich die perfekte Farbe: Genau das Greige, das wir in unserer Wohnung so oft haben, ist aus einem hochwertigen Stoff mit leinenähnlicher Struktur und dabei noch lang genug für unsere Altbaudecken. Dahinter steckt eine Mutter, die ich euch schon so lange vorstellen wollte! Mit Melanie, die unseren Baldachin entwickelt hat, schreibe ich nämlich schon eine ganze Weile hin und her. Melanie ist Mutter von zwei Söhnen und steht damit vor vielen ähnlichen Fragen wie wir. Ganz vorne ist da ja immer das Schlaf-Thema dabei.

Findet ihr Gründungsstories auch immer spannend? Ich konnte mich bisher noch nicht so ganz mit dem Begriff „Mamabusiness“ anfreunden, weil ich noch von niemandem von einem „Papabusiness“ gehört habe und ich es total wichtig finde, auch als Mutter Projekte und einen Job zu haben, der von der Familienaufgabe völlig unabhängig ist. So ganz ist das wahrscheinlich aber kaum möglich, denn wer gründet oder Karriere macht, muss das mit Kind/ern erstmal organisiert bekommen.

LIVERA I Gründungsstory mit Melanie von Keanbeagle

LIVERA I Der perfekte Baldachin fürs Kinderzimmer

Liebe Melanie, vielleicht möchtest du dich einmal ganz kurz vorstellen und erzählen, wie du auf die Idee kamst, dich mit KeenBeagle selbstständig zu machen?

Sehr gerne. Ich bin 35 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und meinen Kindern in Hamburg. Ich habe vor meinem ersten Kind für einen Onlineversand für Tannenbäume gearbeitet. Dort habe ich u.a. im Bereich Online Marketing und eCommerce gearbeitet. Die Idee mich selbstständig zu machen kam in der Planung des zweiten Kindes. Mein Großer war bereits in einem Alter, in dem er auch mal von den Großeltern betreut werden konnte aber noch (in unseren Augen) zu jung für eine Kita war. Ich stand zu der Zeit in keinem Angestelltenverhältnis mehr und wollte mich auch nicht neu bewerben, da wir ja den Plan hatten, das zweite Kind zu bekommen. Deshalb dann die Idee, etwas eigenes auf die Beine zu stellen und sich seine Arbeitszeit flexibel einteilen zu können. Da ich schon häufiger nach Produkten für die Kinder gesucht habe und diese nicht meinen Anforderungen entsprechend gefunden habe, kam ich auf die Idee diese Produkte selber auf den Markt zu bringen. Und so entstand die Marke KeenBeagle und das Gewerbe, welches ich in der Schwagerschaft des zweiten Kindes angemeldet habe. 

Was sind denn deine Ansprüche an Kinderprodukte?

Wichtig bei den Produkten ist mir, dass sie sich nach den Bedürfnissen der Kunden, nämlich Eltern, richten und eine gute Qualität haben. Alles was ich verkaufe, benutzen wir auch selbst zuhause. Ich bin mein kritischster Kunde. Ich könnte nie etwas verkaufen, wo ich nicht komplett hinter stehe. 

Woher kommt denn der Name KeenBeagle überhaupt?

Der Markenname ist tatsächlich eher zufällig entstanden. Um das Business starten zu können, war am Anfang ein Markenname, der auch beim Marken- und Patentamt registriert ist, wichtig. Gleichzeitig wollte ich nicht zu viel Zeit auf der Suche nach etwas Passendem verschwenden. Ich wollte einfach starten. So habe ich die Hunderasse, die ich sehr mag mit einem positiven Attribut verbunden und so war KeenBeagle geboren. Nein, wir haben (noch) keinen Hund

Wie kann man sich den Prozess der Produktentwicklung vorstellen? Wie lange hast du an dem Projekt gearbeitet, bis du wirklich in den Verkauf gegangen ist?

Die Produktentwicklung ist wirklich ein sehr langer Prozess in meinem Fall. Von der Recherche des Produktes, über die Spezifizierung der Anforderungen, über die Suche nach Herstellern und die Absprache mit ihnen, zieht sich der Prozess über mehrere Monate. Je nachdem wie viele Stunden am Tag du in die Arbeit investieren kannst, kommst du schneller oder eben langsamer zum Verkauf. Bei dem Betthimmel hat es ungefähr ein halbes Jahr gedauert. Da war die erste Charge gerade in Produktion, als ich im Kreissaal lag. Also alles Wichtige stand, bevor dann Baby Nummer zwei geboren wurde. Ich bin auch ziemlich wählerisch und anspruchsvoll. Die Absprache mit den Herstellern dauert daher ziemlich lange und einige der Hersteller würden mich vielleicht als „high maintenance“ bezeichnen?! Aber ich kann nicht anders. Alles muss perfekt sein, bevor die Produktion gestartet wird. Dazu gehören Muster die angefertigt werden, Laborprüfungen der verwendeten Stoffe und letztlich auch eine pre-shipment inspection der Ware. Keines der Produkte kommt von der Stange und deshalb dauert es eben so lange. 
LIVERA I Stoffdetails Baldachin
Wir stellen uns sehr häufig die Frage, wie wir leben wollen. Für uns steht fest, dass wir nicht nach mehr Geld und Besitz streben, sondern nach mehr Zeit für die Familie. Das bedeutet Luxus für uns.

Inwieweit spielen die Bedürfnisse deiner Familie, eure Erfahrungen und eure Situation eine Rolle für KeanBeagle?

Unsere Kinder sind noch sehr klein. Ich genieße es, Mama zu sein. Gleichzeitig schätze ich es sehr, zu arbeiten und noch selbstständig etwas auf die Beine stellen zu können. Wir stellen uns sehr häufig die Frage, wie wir leben wollen. Wie viel wollen wir arbeiten und wie viel Zeit wollen wir mit den Kindern haben. Wie viel müssen wir verdienen, um das was wir haben erhalten zu können? Für uns Beide steht fest, dass wir nicht nach mehr Geld und Besitz streben, sondern nach mehr Zeit für die Familie. Das bedeutet Luxus für uns. Und daran arbeiten wir. 

Welche Herausforderungen bringt der Vertrieb für dich als Mama mit?

Bisher bespiele ich nur einen großen Online Marktplatz. Ich betreibe also keinen klassischen Vertrieb, wo ich meine Ware bei Einkäufern anbiete. Das stelle ich mir tatsächlich schwierig vor, weil ich zum Kunden fahren müsste. Was beim Online Geschäft einfach super ist, ist die Tatsache, dass ich es zu jeder Tageszeit von zu Hause aus erledigen kann. 

Macht es das nicht auch gerade manchmal so schwierig? Dass Job und Familie so sehr verwoben sind?

Ja, es ist schwierig, wenn Business und Privates so eng verwoben sind. Kundenfragen oder auch -beschwerden nehmen keine Rücksicht auf meine Arbeitszeiten und ich beantworte alles direkt. Da gibt es schon mal Momente, in denen mein Mann oder die Kinder merken „Mama ist gerade nicht ganz bei uns, zumindest gedanklich“.

Wie teilst du dir deine Zeit ein? Wieviel bist du Mutter und wieviel Gründerin?

Seit Juni ist nun auch unserer zweiter Sohn in der Kita und ich arbeite an den Vormittagen und bin am Nachmittag ab 14 Uhr für die Kinder da. So viele Stunden in der Woche konnte ich noch zu keinem Zeitpunkt seit der Gründung in das Business investieren. Bevor mein zweiter Sohn in der Kita war, konnte ich natürlich nicht so viele Stunden arbeiten und entsprechend langsam hat sich das Geschäft entwickelt. Die Familie hat dann unterstützt und mir ein paar Stunden in der Woche freigeschaufelt. 
Wenn es am Ende nicht funktionieren sollte, dann habe ich viel dazu gelernt, aber nichts verloren.
Die Kinder stehen immer an erster Stelle und wenn ich das Gefühl habe, dass eines der Kinder einen Kita-freien Tag braucht, dann kann ich das ohne Probleme einrichten.

Ist dieses Modell – Mama und selbstständig – eines, das du ganz bewusst gewählt oder geplant hast oder ist es aus dem Leben heraus entstanden? Kannst du es empfehlen?

Also von langer Hand geplant war es auf keinen Fall. Für mich habe ich es ganz bewusst gewählt, weil ich es als Learning gesehen haben. Ich hätte nun auch mein Startkapital in einen zertifizierten eCommerce und Online Marketing Kurs stecken können. Stattdessen habe ich es in die Produktentwicklung investiert und mich selber ausprobiert. Meine eigenen Fehler gemacht und meine eigenen kleinen Erfolge gefeiert. Und wenn es am Ende nicht funktionieren sollte, dann habe ich ganz viel dazu gelernt, aber nichts verloren. 
Ich genieße es sehr, unabhängig zu sein und mein eigener Chef zu sein. Die Dinge so zu machen, wie ich sie für richtig halte. Und dann ist es eben toll, flexibel arbeiten zu können. Die Kinder stehen immer an erster Stelle und wenn ich das Gefühl habe, dass eines der Kinder einen Kita-freien Tag braucht, dann kann ich den ohne Probleme einrichten. 
Die andere Seite der Medaille sieht aber so aus, dass alle Sicherheiten eines Angestelltenverhältnisses nicht da sind. Also ein geregeltes Einkommen, egal wie schlecht die Auftragslage ist, geregelter Urlaub, Krankenversicherung. Wenn bei mir was schief läuft, dann ist da keiner. Dann stehe ich alleine da. Das muss man akzeptieren können. 

Was hast du für Pläne für die Zukunft? Gibt es etwas, dass du gerne verändern oder intensivieren würdest?

Es gibt noch viel, was ich ausprobieren möchte. Ich will weitere Verkaufsplattformen ausprobieren. Meinen Markenauftritt ausfeilen und mehr im Bereich Online Marketing ausprobieren. Aber an erster Stelle steht die Ausweitung des Produktportfolios. Mich treibt auch immer das Thema um, in welcher Form ich etwas zurückgeben kann und mit meiner Arbeit auch noch einen guten Zweck fördern kann.  Den eigenen Stadtteil unterstützen zum Beispiel. Ich finde ja, dass Alleinerziehende zum Beispiel unglaublich viel leisten müssen. Vielleicht gibt’s da Stellen, die man unterstützen kann. Und wenn’s direkt vor der Haustür ist, kann man vielleicht besser nachvollziehen, ob die Hilfe auch tatsächlich ankommt.  Oder Kinder, die Unterstützung benötigen. Da muss ich mir noch die richtigen Projekte raussuchen. 

Hast du vielleicht ein Learning oder einen Tipp für Mütter, die wie ich gerade am Übergang von der Elternzeit zu den ersten Schritten zurück ins Arbeitsleben sind?

Generell habe ich keinen Tipp, weil die Situation bei jedem ja so speziell ist. Ich finde aber wichtig, bei sich zu bleiben und das zu machen, womit man sich wohl fühlt. 

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LIVERA I Ciao

livera

Ich, Vera schreibe seit 2012 auf Livera. Neben Projekten auf Livera und anderen Onlinemedien arbeite ich als Psychologin im Personalbereich, bin unterwegs oder kreativ, baue, berate, koche oder bin begeistert. Die Sache mit der Ironie habe ich immer noch nicht drauf und weil ich manchmal schwer zu verstehen bin, bin ich auch auf keinen Fall zu ernst zu nehmen!

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